Claudio Paulin übernimmt im September die Geschäftsführung der wgn. Ein erster Rundgang durchs Volta Nord zeigt, wohin er die Wohnbau-Genossenschaft Nordwest führen will und wie er privat abschaltet, wenn er gerade nicht bezahlbaren Wohnraum baut.
«Im November 2026 ziehen hier bereits die ersten Mieterinnen und Mieter ein», sagt Claudio Paulin und zeigt auf den Gebäudeteil, den die wgn an der Lysbüchelstrasse baut. Auf dem ehemaligen Industrieareal nur wenige Schritte vom Bahnhof St. Johann entfernt, entsteht die Siedlung Volta Nord. Zusammen mit der Wohngenossenschaft Jurablick entwickelt die wgn im Baufeld 2.2 insgesamt 90 Wohnungen. Heute war der angehende Vorsitzende der Geschäftsleitung an einer Projektsitzung mit den Bauverantwortlichen. Danach machen wir uns gemeinsam auf den Rundgang über das Areal.
Mit genossenschaftlichem Wohnungsbau kennt sich Claudio Paulin aus. In den vergangenen zehn Jahren hat er die Baugenossenschaft wohnen & mehr mit aufgebaut und als Co-Geschäftsleiter das Westfeld-Projekt in Basel mit über 500 Wohnungen entwickelt. «Dadurch kenne ich die Anforderungen im Bereich Bau sehr gut», erklärt der 53-Jährige. Nun möchte Claudio Paulin sein Wissen und seine Erfahrung bei der Wohnbau-Genossenschaft Nordwest einbringen. Neben der Erfahrung zählt bei ihm auch der Ausbildungshintergrund: Der Basler mit Bündner Wurzeln hat ein sozialwissenschaftliches und ein betriebswirtschaftliches Studium abgeschlossen. «In der Genossenschaftswelt kann man beide sehr gut einsetzen.»
Gleiche Stossrichtung, eigene Persönlichkeit
«Was mich als neuer Geschäftsführer natürlich motiviert, ist die erfolgreiche Arbeit meines Vorgängers René Thoma weiterzuführen», sagt Claudio während wir uns auf den Weg in die Musterwohnung der neuen Siedlung Volta Nord machen. «Die wgn ist in den letzten Jahren gesund gewachsen. Es wäre sehr schön, den Erfolgspfad weiter zu beschreiten.» Gleichzeitig betont er: «Wir haben zwar eine ähnliche Werthaltung und eine vergleichbare Stossrichtung, trotzdem bin ich kein zweiter René Thoma. Meine Persönlichkeit und meine Stärken bringe ich auf meine eigene Art ein.»
Und auf was müssen sich seine Mitarbeitenden als Chef gefasst machen? Claudio schmunzelt und sagt: «Da stütze ich mich gerne auf Aussagen oder Einschätzungen von anderen ab.» Etwas ernster fügt er an: «Ich denke, man schätzt meine Authentizität.» Der angehende Geschäftsführer der wgn betont: «Das Team ist mir wirklich wichtig, das ist nicht einfach eine leere Floskel. Ein grosses Projekt lässt sich nur zusammen mit anderen Menschen stemmen. Gleichzeitig erwarte ich, dass jede und jeder die eigenen Fähigkeiten zu 100 Prozent einbringt.»
«Die wgn ist in den letzten Jahren gesund gewachsen. Es wäre sehr schön, den Erfolgspfad weiter zu beschreiten.»
Für heute und die Zukunft
Die Musterwohnung befindet sich im zweiten Stock des Gebäudes und zeigt sich heute an diesem sonnigen Tag von ihrer schönsten Seite. Durch ihre Öffnung nach Nordwest und Südost ist sie sehr hell. Der offen gestaltete Raum mit Wohn-, Esszimmer und Küche im Zentrum der Wohnung kommt dadurch besonders gut zur Geltung. Beim Luftschnappen auf dem Balkon betont Claudio die Wichtigkeit des Projekts Volta Nord. «Dass die wgn die Stärke hat, auf einem solchen grossen Areal mitzumischen, ist ein sehr gutes Zeichen aus der Genossenschaftswelt für die Politik der Stadt Basel. Schlussendlich kommt ein Bauprojekt wie dieses der Bevölkerung nicht nur heute, sondern auch in Zukunft zugute.»
Der Rundgang durch das Areal an der Lysbüchelstrasse 42-60 ist zu Ende. Auf dem Weg zurück bleibt die Frage, was den Vater von zwei erwachsenen Kindern umtreibt, wenn er sich gerade nicht für bezahlbaren Wohnraum einsetzt. «In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit Freunden, bin sehr gerne in der Natur unterwegs und mache viel Sport.» Am liebsten geht Claudio schwimmen, joggen oder Badminton spielen. Und neu hat er die Sportart Padel entdeckt, die er gemeinsam mit seiner Frau betreibt.
Ein aktives Privatleben gekoppelt mit einem aktiven Job: Das ist genau das Ding von Claudio Paulin. «Ich freue mich, die Zukunft der wgn zusammen mit einem grossartigen Team zu gestalten.»
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