40. Generalversammlung: zwischen Abschied und Aufbruch

wgn
Basel,
16.06.26
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Die wgn blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und steht vor grossen Veränderungen: Nach elf Jahren übergibt Geschäftsführer René Thoma per September die Leitung an Claudio Paulin. Die 40. Generalversammlung im Volkshaus Basel stand im Zeichen von Abschied und Aufbruch.

«Beim Apéro hatte ich wieder den Eindruck, wie es früher war: Es ist gar keine GV, es ist der wgn Abend», leitete René Thoma im Saal des Volkshauses den Bericht der Geschäftsleitung ein. «Man kommt zusammen, kennt sich, geniesst es. Und mit diesem Gedanken weiss ich, dass die wgn eine gute Zukunft vor sich hat.» Ende August gibt er die Geschäftsführung nach elf erfolgreichen Jahren ab.

Fritz Jenny, ehemaliger VR-Präsident und Renés engster Weggefährte, erinnerte bei der Verabschiedung an den Mann hinter den Kulissen: Wie er für Mieterfeste und Teamausflüge sorgte, aber auch dass er eine ganz besondere Weihnachtsaktion ins Leben gerufen hat. Jedes Jahr vor Heiligabend backt das wgn-Team «Gutzi», um sie gemeinsam in der Gassenküche an Bedürftige zu verteilen. «René ist manchmal eher ein Sozialarbeiter», sagte Jenny mit einem Schmunzeln. «Jedenfalls ist er der sozialste Freisinnige in Basel, den ich kenne.»

Grosser Zusammenhalt

Als sein prägendstes Projekt bleibt die Totalsanierung des Hochhauses am Hochbergerplatz in Erinnerung. Damals quartierte die wgn alle 45 Mietparteien für sechs Monate ins benachbarte Hotel Stücki aus. «Das hat einen wahnsinnigen Zusammenhalt unter der Bewohnerschaft gegeben und hat mir sehr imponiert», blickte Thoma zurück. Was er bei der wgn am meisten vermissen wird? «Die Mitarbeitenden. Wir haben es tagtäglich gut miteinander. Wir geben Gas, wenn wir Gas geben müssen. Und wir haben es lustig, wenn es lustig sein darf.» 

Langeweile wird bei René nach der Pensionierung nicht aufkommen. Der wgn bleibt er als Mitglied des Verwaltungsrats erhalten. Und neben seinem Engagement für den Regionalverband spannt ihn seine Familie ein: «Zwei meiner Söhne sind Präsidenten von anderen Genossenschaften. Der eine plant ein Grossprojekt und sagte schon vor einiger Zeit: ‹Papi, wenn du fertig bist, kannst du bei mir mithelfen›. Das werde ich sehr gerne machen.» Ein weiterer Sohn betreibt eine Bierbrauerei und braucht einen Bauleiter für die Erneuerung der Produktionshalle. «Ich werde von meinen Söhnen ausgelastet und habe gar nicht viel Wahl, was ich noch selbst machen möchte», lachte Thoma.

«Wir haben es tagtäglich gut miteinander. Wir geben Gas, wenn wir Gas geben müssen. Und wir haben es lustig, wenn es lustig sein darf.»

René Thoma

Solides Fundament für die Zukunft

Das Erbe, das René Thoma hinterlässt, drückt sich auch in eindrücklichen Zahlen aus. Als er übernahm, bewirtschaftete die wgn 380 Wohnungen. Heute sind es (Stand Juni 2026) 962. Das Anlagevermögen stieg um 140 Millionen Franken, der Mietzinsertrag um 8,8 Millionen. VR-Präsidentin Heidi Zaugg präsentierte den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern die aktuellen Kennzahlen. Der Anlagewert der 139 Liegenschaften betrug im vergangenen Jahr 299 Millionen. Der Mietzinsertrag kletterte auf 19,6 Millionen Franken, die Bilanzsumme auf 315 Millionen. Besonders erfreulich: Das Anteilscheinkapital wuchs um 2,1 Millionen auf 31,8 Millionen Franken. Für Heidi Zaugg ein klares Signal: «Das ist ein grosser Vertrauensbeweis. Wir finden immer wieder Kapitalgeber, die den genossenschaftlichen Wohnungsbau unterstützen wollen.»

Für die nächsten fünf Jahre plant die wgn Investitionen von rund 144 Millionen Franken. Zwei Grossprojekte stehen kurz vor dem Ziel: Im Basler Projekt VoltaNord entstehen gemeinsam mit der Wohngenossenschaft Jurablick 90 Wohnungen und zwei Kindergärten, die ab Dezember 2026 bezugsbereit sind. Der Erstbezug der 67 Wohnungen in der Zentrale Pratteln ist auf den 1. Mai 2027 geplant. Während an der Wanderstrasse 127 in Basel und an der General Guisan-Strasse 16/18 in Arlesheim Ersatzneubauten bereits in der Vorbereitung sind, verzögert sich die Totalsanierung am St. Johanns-Parkweg durch Einsprachen um mindestens ein Jahr. René Thoma hielt dazu nüchtern fest: «Bauen wird definitiv nicht einfacher.»

«Wir finden immer wieder Kapitalgeber, die den genossenschaftlichen Wohnungsbau unterstützen wollen.»

Heidi Zaugg

Ehrungen und Stabsübergabe

Dass die wgn solche Herausforderungen meistert, verdankt sie den Menschen hinter den Projekten. Der Verwaltungsrat nutzte den Moment im Volkshaus, um langjährige Mitarbeitende zu ehren. Projektleiter Thomas Schüpbach geht nach 13 Jahren in den Ruhestand. Zudem feiern Christoph Bisel (wgn Service) und Daniela Barragán (Bereichsleiterin Bewirtschaftung und Personal) ihr 25-Jahre-Jubiläum. «Die wgn ohne Daniela? Eigentlich für mich undenkbar», würdigte René Thoma ihre Arbeit.

Nach den Gratulationen folgte der Stabswechsel: Claudio Paulin übernimmt am 1. September die Geschäftsführung der wgn. Als Co-Geschäftsleiter bei der Baugenossenschaft wohnen & mehr hat der Betriebswirtschafter zuletzt das Westfeld-Projekt mit über 500 Wohnungen erfolgreich auf den Weg gebracht. Einen Ratschlag wollte ihm René Thoma für den Start bewusst nicht mitgeben: «Ein Ratschlag ist auch ein Schlag und darum wollte ich nie Ratschläge erteilen.» Stattdessen gab er ihm beim gemeinsamen Anstossen etwas viel Wertvolleres mit auf den Weg: «Claudio hat das grosse Glück, dass er das beste Team bekommt, das er haben kann.»

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